„Wenn jemand ein Großmeister im Taekwon-Do ist und eine neue Taekwon-Do-Sportart entwickelt hat, aber von anderen Sportkollegen ignoriert wird, dann sollten Sie eines wissen: Diesen Personen mangelt es an Intelligenz, Logik und geistiger Reife.“ (Großmeister Nüsrettin Ala)
Hangul – Taekwon-Do – Deutschland
Die 4 Elemente:
ERSTES ELEMENT: Dehnen.
Es ist
die physikalische Grundlage der 9 Disziplinen. Die Dehnung bestimmt, wie die Sehne des Bogens die Reichweite des Pfeils, die Reichweite unseres Körpers.
die physikalische Grundlage der 9 Disziplinen. Die Dehnung bestimmt, wie die Sehne des Bogens die Reichweite des Pfeils, die Reichweite unseres Körpers.Man muss sich immer erst richtig aufwärmen, bevor man mit dem Dehnen anfängt.
Man darf nicht vergessen, bei jeder Dehnübung leicht an die Schmerzgrenze zu gehen, sonst hat die Dehnübung keinen Wert. Später darf man immer wieder leicht in die Schmerzgrenze hinein dehnen. So nimmt die Dehnung rascher zu und geht nicht mehr ganz zurück.
ZWEITES ELEMENT: Kondition.
Kondition bekommt man indem man 3 bis 6x wöchentlich trainiert. Und zwar nur durch Bewegungen im Dojang. Der Meister darf nicht allzu große, lange Reden halten. Der Meister muss sich mit den Schülern bewegen. Viel reden bring den Schülern gar nichts. Sie werden kalt, können ihre Bewegungen nicht korrekt durchführen, Verletzungsgefahr entsteht, Zeit geht verloren und die Kondition steigert sich nicht. Wir können ohne Kondition nichts erreichen im Bereich Taekwon-Do.
Nur wenn wir eine hohe Leistung über einen langen Zeitraum durchhalten, kann unsere Leistungsfähigkeit gesteigert werden, z.B. Muskelkraft, Schnelligkeit, Ausdauer, die geistige Kraft und die körperliche sowie die geistige Beweglichkeit.
Ziel des gesundheitsorientierten Ausdauer Trainings
„Durch regelmäßige, freudebetonte sportliche Betätigung kann degenerativen Veränderungen des herz-Kreislauf-Systeme entgegenwirken werden. Aufgabe des gesundheitsorientierten Ausdauertraining sind:
– Verringerung des allgemeinen Bewegungsmangels,
– Stressabbau durch vielseitige sportliche Aktivitäten,
– Prävention von Bluthochdruck und Arteriosklerose,
– Unterstützung des Heilungsprozesses bei vielen krankheiten,
– wie z.B. Herzerkrankungen, Altersdiabetes, Muskelschwund, Darmkrebs, Rheuma und Depressionen.
Eine regelmäßige sportliche Betätigung kann sowohl präventiv gegen viele Krankheiten wirken als auch den Heilungsprozess nach einer Erkrankung positiv beeinflussen.“
(Pocket Teacher Abi Kompakt wissen Oberstufe Sport Abi Cornelsen Scriptor ISBN 978-3-411-80998-1 Seite 126)
DRITTES ELEMENT: Schnelligkeit.
Sie ist das Auge in unseren 9 Disziplinen. Beim Anschauen unserer Ziele muss die Schnelligkeit sofort das Ziel erreichen. Ohne unsere Augen können wir nicht schnell reagieren. Das Auge bestimmt unser Ziel und zwar zu hundert Prozent.Mit einem durchtrainierten Körper, der den Willen zur Schnelligkeit durch Beweglichkeit ausführt, können wir unsere Ziele wahrnehmen und beinahe zugleich erreichen.
In meinen Hyongs wird Schnelligkeit genauso gefordert wie im echten Kampf. Und Schnelligkeit im Kampf ist gleich dem hundertprozentigen Einsatz. Aber nicht, um zu zerstören, sondern um zu leben!
Hosinsul sie lehrt das dritte Element, die Schnelligkeit der Augen und die Schnelligkeit der körperlichen Reaktion.
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„Schnelligkeit ist die Fähigkeit des Nerv-Muskel-Systems, motorische Aktionen unter den gegebenen Bedingungen innerhalb eines minimalen Zeitabschnitts zu vollziehen.
Schnell agieren und reagieren sind komplexe Fähigkeiten des Nerv-Muskel-Systems, die man in vielen Sportarten benötigt. Dabei ist wichtig, welche Reize und Signale verarbeitet werden müssen, in welcher Art und Weise die Reaktion auf diese Reize erfolgen soll, ob ein Gegner vorhanden ist, der die Aktionen stört, und wie lange die Leistung erbracht werden muss.
Die Sportspieler und Kampfsportler reagieren auf ständig wechselnde optische, akustische und taktile Signale mit unterschiedlichen azyklischen Bewegungsabläufe oder ganzen Bewegungskomplexen. Es müssen laufend neue Handlungsprogram-me erstellt werden. Teilweise steuern die höheren Ebenen des ZNS die Bewegungsabläufe kognitiv.“
(ZNS steht für das zentrale Nervensystem . Es besteht aus dem Gehirn und dem Rückenmarkt. Das ZNS verarbeitet alle Reize aus dem Körper, steuert die Bewegungen und ist der Sitz für das Denken und Fühlen.)
(Pocket Teacher Abi Kompakt wissen Oberstufe Sport Abi Cornelsen Scriptor ISBN 978-3-411-80998-1 Seite 176)
VIERTES ELEMENT: Körperbeherrschung.
Das ist das Nervensystem für alle 9 Disziplinen. Da wir unseren Körper durch das Training geschult haben, ist in unserem Gehirn eine Reihe von Bewegungskombinationen gespeichert, das Nervenzentrum steuert unseren Körper, steuert alle Gedankengänge, Körpertätigkeiten, praktische Fertigkeiten.In allen 9 Disziplinen des Taekwon-Do ist der Körperbeherrschung die höchste Priorität einzuräumen. Dabei sind ja Beweglichkeit und starke Ausstrahlung durch sichere, positive Einstellung angesagt. Das gelingt zum Beispiel durch Konzentration und Selbstkontrolle. Die Balance von Geist und Körper zeigt sich in einer starken persönlichen Ausstrahlung.
Anfangs wird der Schüler neue Bewegungen, bisweilen schmerzhafte und sehr ungewohnte Positionen lernen, falls der Schüler dabei seine Reaktionsfähigkeit steigert, gewinnt der Schüler eine positive, geistige Einstellung. Das Selbstvertrauen wächst und auch das Benehmen wird sich verändern. Eine positive, geistige Einstellung zeigt sich durch eine höfliche Bescheidenheit. Der Prozess der positiven geistigen Entwicklung beginnt damit, dass faire Menschen heranwachsen und sich ganzheitlich ausbilden.
Die vier Elemente: Das Training basiert fundamental auf de Säulen-Kombination aus Dehnen, Kondition, Schnelligkeit und Körperbeherrschung. Ohne extreme Beweglichkeit und Ausdauer ist das System laut Ala nicht sauber umsetzbar.
Philosophischer Ansatz: Der Name „Hangul“ (die koreanische Schrift) schlägt eine Brücke zu den koreanischen Wurzeln. Das System versteht sich weniger als reiner Wettkampfsport, sondern als ganzheitliche Kampfkunst zur Schulung von Geist, Körper und der inneren Achtsamkeit.
Zusammenfassend ist es also en spezifischer deutscher Stil-Ableger, der die klassischen Elemente des traditionellen Taekwon-Do (wie das Laufen von Hyongs) mit modernen sportwissenschaftlichen und gesundheitsorientierten Trainingsaspekten verbindet.
„Taekwon-Do ist eine Sportart, die den Menschen Orientierung bietet; sie bringt die Kunst des Kampfes für die Wahrheit durch das Denken voll zur Entfaltung – im Sinne jener großen Wahrheit, die die Menschheit zur Realität führt – und offenbart die Wirklichkeit auf menschliche Weise und im direkten Gegenüber“.
Großmeister Nüsrettin Ala)
Dieses Zitat von Großmeister Nüsrettin Ala ist sehr philosophisch und tiefgründig. Er beschreibt Taekwon-Do darin nicht als reiner Kampfsport zur körperlichen Selbstverteidigung, sondern als einen ganzheitlichen Lebensweg zur Persönlichkeitsentwicklung.
Zusammengefasst lässt sich seine Aussage in folgenden Kernbotschaften übersetzen:
- Orientierung im Leben: Taekwon-Do gibt den Praktizierenden Struktur, Werte und einen inneren Kompass für den Alltag. Es hilft dabei, den eigenen Weg im Leben klarer zu sehen.
- Geist statt nur Muskeln („durch das denken voll zur Entfaltung“): Ein wahrer Kampfkünstler kämpf nicht blind oder aggressiv. Die Kampfkunst wird erst durch geistige Reife, Reflexion und Bewusstsein vollständig. Das Denken und die mentale Disziplin stehen über der reinen körperlichen Technik.
- Die Suche nach der Wahrheit: Das Wort „Wahrheit“ steht hier für Authentizität, Ehrlichkeit und die grundlegenden moralischen Werte des Lebens. Taekwon-Do soll den Menschen helfen, Illusionen oder Egoismus abzulegen und zu ihren wahren, aufrichtigen Kern zu finden.
- Menschliche Wirklichkeit und direktes Gegenüber: Im Training oder Kampf steht man einem Partner (dem „Gegenüber“) direkt Auge in Auge gegenüber. In diesem Moment gibt es keine Masken oder Ausreden – man sieht die ungeschönte Realität. Man lernt sich selbst und seine Mitmenschen auf eine sehr ehrliche, respektvoller und zutiefst menschliche Weise kennen.
Fazit:
Großmeister Ala möchte damit sagen: Taekwon-Do ist ein Werkzeug zur Selbsterkenntnis. Es verbindet Körper und Geist, um den Menschen ehrliche, bewusster und lebensfähiger in der realen Welt zu machen.

„Ich bewundere die Kampfkunst Taekwon-Do; ich schätze sie und betrachte sie mit tiefen Respekt und ernsthafter Reflexion.
Ich bin nicht der Einzige auf der Welt, der diese Ansicht vertritt.“
(Großmeister Nüsrettin Ala)











Großmeister Nüsrettin Ala mit 52 Jahren (2012)

Nüsrettin Ala 1976





